Industrie 4. 0 ist ein schönes Schlagwort. Die Firma und das Internet. Wunderbar. "Haben wir längst, können wir längst". Diese Einstellung ist oft anzutreffen. Aber leider ist sie oft gar nicht angebracht. Denn natürlich reicht es nicht, wenn die Angestellten ihre Mittagspause auf Facebook und WhatsApp verbringen. Es reicht nicht, wenn der Chef seine Powerpoint-Präsentationen aus Wikipedia-Artikeln zusammenstellt. Es ist ganz und gar nicht genug, wenn jeder Angestellte am Tag stundenlang im Netz "World of Warcraft" spielt. Industrie 4.0 bedeutet sehr viel mehr. Sie verlangt von uns ein Umdenken auf ganzer Linie.
Die Digitale Revolution wird auch Ihre Branche erfassen 
Nach Edward Snowdens NSA-Bericht gibt es nun auch schon einige Kritiker der Vernetzung. Der Weißrusse Evgeny Morozow bezweifelt in seinem neuem Buch "Smarte neue Welt", dass es überhaupt eine Internet-Revolution gibt. Er stört sich an dem Begriff "Revolution". Morozow glaubt, dass sich durch die Vernetzung nur die Geschäftswelt wandelt. Aber verdammt! Genau das ist ja der Lebensraum der Unternehmer. Der amerikanische Informatiker Jaron Lanier behauptet in seinem Buch "Wem gehört die Zukunft?", dass nach und nach JEDE Branche vom digitalen Wandel erfasst werden wird. Begonnen hat es mit der Musikindustrie, dann war die Filmbranche dran, jetzt sind die Zeitungen und Magazine an der Reihe, die Hotellerie wird von Plattformen wie Airbnb bedroht, die Taxifahrer von der Mitfahr-App Uber. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch Ihre Branche voll und ganz umgepflügt wird. Der Ex-CEO von Google, Eric Schmidt, erklärt in "Wie Google tickt", dass die Unternehmen heute nur noch eine Chance haben, wenn sie voll auf Technik setzen. Nicht auf Blabla, nicht auf kreative Mätzchen, nicht auf Hierarchien, Buckelei und Rituale, sondern schlicht auf Technik. "It´s the technique, stupid!" Industrie 4.0 bedeutet also: Ihr Unternehmen muss technisch nicht nur auf dem neuesten Stand sein, sondern es muss heute schon da sein, wo Ihre globale Konkurrenz erst in fünf Jahren ist.
Unterschätzen Sie nicht das Tempo! 
Im Jahr 1995 hat es die Netzgiganten von heute noch gar nicht wirklich gegeben. Google, Apple und Microsoft waren Garagen-Unternehmen von nerdigen Studienabbrechern, an so etwas wie Facebook, WhatsApp, Twitter und Instagram dachte noch niemand im Traum. Und wie sieht es heute aus? Apple hat im letzten Quartal 2014 den weltweit größten Quartalsgewinn aller Zeiten realisieren können. Aus einem Umsatz von 74,6 Milliarden Dollar zog der Smartphone-Hersteller schlappe 18 Milliarden Dollar Gewinn. Auch die großmächtige Filmindustrie reibt sich die Augen: Hollywood hat im Jahr 2013 insgesamt 18 Milliarden Dollar verdient, die Computerspielbranche aber 90 Milliarden Dollar. Wer zockt da wen ab? Eine RWE-Studie geht davon aus, dass im Jahr 2018 die Hälfte aller Elektrogeräte mit dem Internet verbunden sein wird. Das ist in drei Jahren. Das Internet der Dinge wird also schneller da sein, als Sie Ihre neue Espressomaschine reparieren lassen. Für die Wirtschaft ist das eine riesige Herausforderung. Der PC, das Smartphone, der Tablet-Computer und ihre technischen Kollegen sehen eigentlich ganz harmlos aus. Aber der Schein trügt gewaltig, denn diese kleinen Teufel haben die Kraft, die gesamte Weltwirtschaftsordnung vollkommen zu revolutionieren. In der letzten Dezember-Ausgabe des "Manager-Magazins" erklärt der Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik, Michael ten Hompel, dass Deutschland die Industrielle Revolution 4.0 momentan vollkommen verschläft. Es wird viel zu wenig Geld in die Infrastruktur, den Breitbandausbau, die Bildung und in Start-Ups investiert. Nur die wirklich großen Unternehmen sind einigermaßen gewappnet. In kleinen und mittleren Unternehmen herrscht aber immer noch eine sehr traditionelle Ingenieursmentalität. Die rasant zunehmende Bedeutung von Software wird unterschätzt und heruntergespielt, so ten Hompel. Der Artikel weist auf eine Umfrage der DZ-Bank hin, nach der für 70 Prozent der deutschen KMU die Digitalisierung heute noch "kein Thema" ist. Kein Wunder, dass in dem Text dann auch das Wort "Taubenzüchtermentalität" auftaucht.
Es ist höchste Zeit aufzuwachen! 
Der Begriff "Industrie 4.0" klingt aufschneiderisch und hohl. Aber viel wichtiger als sein Name ist das, was er bezeichnet. Er weist darauf hin, dass der digitale Wandel bald auch die Industrie erfassen wird, und zwar nicht nur peripher, sondern absolut fundamental. In Zukunft werden die Unternehmen die Nase vorn haben, die heute die Zeichen der Zeit nicht nur erkennen, sondern sich auch proaktiv danach richten. Die Digitalisierung stellt alle Unternehmen auf die Probe. Nehmen Sie die Prüfung also an, bevor die disruptive Entwicklung Ihr Traditionsunternehmen einfach gnadenlos wegspült.
Schulungen, Webinare und Termine finden Sie auf: 
http://www.seminar-plenum.de
Kennen Sie schon unser Fachbuch zum Thema Qualität und Industrie 4.0? 
Qualität 4.0 Autor René Kiem, Inhaber KONTOR GRUPPE by René Kiem. 
Erhältlich beim Hanser Verlag: 
http://www.hanser-fachbuch.de/buch/Qualitaet+40/9783446447363
Und natürlich gerne persönlich: d.lozanocosta@kontor-gruppe.de
Herzlichen Gruß
Daniela Lozano Costa